Kurs, den ich mir ausgesucht hatte, war
gleich mal ziemlich desaströs. Die
Dozentin sprach leise, schnell und
andalusisch, ich konnte lediglich hier und
da ein Wort aufschnappen, aus dem ich
erahnen konnte, dass der Kurs inhaltlich
doch nicht so spannend war, wie ich mir
das vorgestellt hatte. Wurde also gleich
vom Stundenplan gekickt. Aufkeimende
Bedenken, dass ich mit der Sprache im
Unialltag doch nicht so zurecht komme,
wurden von den anderen mit dem
allgegenwärtigen "no te preocupes"
abgetan. Mach dir keine Sorgen - eine sehr
wichtige Vokabel. Andere Kurse waren auch
durchaus verständlicher, einige Profs
arbeiten mit Powerpoint, das in meinem
Falle tatsächlich unterstützend wirkt. Und
schon am dritten Unitag verstand ich bei
einigen Dozenten schon nahezu jedes Wort.
Auch meine Akkomodation an den spanischen
praktischerweise alle im Zeitraum von 12
bis 21 Uhr, so dass man bequem das
Frühstück auf den Vormittag legen, gegen
16 Uhr ein Bocadillo verspeisen und nach
der Uni richtig kochen oder zum Tapasessen
ausgehen kann. Das ganze wird abgerundet
mit dem ständigen Verzehr von "Rebuenas",
den hiesigen Doppelkeksen, die fast besser
schmecken als Prinzenrolle, und das will
schon was heißen.
Und auch diese Woche habe ich wieder eine
schließlich gibt es auch an der
Psychologiefakultät massenhaft
Austauschstudenten, die sich meistens auf
der Aussichtsterasse der Cafetería
aufhalten, und mit denen man leicht ins
Gespräch kommt. Wir waren dann auch gleich
wieder Salsatanzen in einer unglaublich
stilvollen Salsabar, spazieren im Albaicín
(wo ich die Ecotienda gefunden habe -
leider während der Siesta) und auf der
Alhambra; auf mehreren Erasmusparties
(unter anderem in einer sehr hübschen,
musikalisch allerdings fragwürdigen
Panoramadisko), in einem Underground-
Rockschuppen und auf einer Hippiefete mit
Gitarrenmusik und Freistilflamenco. Das
Nachtleben ist wirklich sehr vielseitig.
Selbst wenn man sich auf Tapasessen
beschränkte, so würde doch vermutlich mein
Aufenthalt hier nicht ausreichen, um alle Tapasbars
einmal auszuprobieren.
Unterdessen habe ich dann auch nach Elenas
dem Warmwassersystem und dem Gasherd
vertraut gemacht, eine Kakerlake aus dem
Fenster befördert und gelernt, was
Stromausfall heißt (apagón). "No te
preocupes" ist auch hier die Devise...
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