Montag, 1. März 2010

Semana 2: No te preocupes.

Resumée der ersten Uniwoche. Der erste 
Kurs, den ich mir ausgesucht hatte, war 
gleich mal ziemlich desaströs. Die 
Dozentin sprach leise, schnell und
andalusisch, ich konnte lediglich hier und 
da ein Wort aufschnappen, aus dem ich 
erahnen konnte, dass der Kurs inhaltlich 
doch nicht so spannend war, wie ich mir 
das vorgestellt hatte. Wurde also gleich 
vom Stundenplan gekickt. Aufkeimende 
Bedenken, dass ich mit der Sprache im 
Unialltag doch nicht so zurecht komme, 
wurden von den anderen mit dem 
allgegenwärtigen "no te preocupes" 
abgetan. Mach dir keine Sorgen - eine sehr 
wichtige Vokabel. Andere Kurse waren auch 
durchaus verständlicher, einige Profs 
arbeiten mit Powerpoint, das in meinem 
Falle tatsächlich unterstützend wirkt. Und 
schon am dritten Unitag verstand ich bei 
einigen Dozenten schon nahezu jedes Wort. 

Auch meine Akkomodation an den spanischen 

Alltag schreitet voran. Meine Kurse liegen 
praktischerweise alle im Zeitraum von 12 
bis 21 Uhr, so dass man bequem das 
Frühstück auf den Vormittag legen, gegen 
16 Uhr ein Bocadillo verspeisen und nach 
der Uni richtig kochen oder zum Tapasessen 
ausgehen kann. Das ganze wird abgerundet 
mit dem ständigen Verzehr von "Rebuenas", 
den hiesigen Doppelkeksen, die fast besser 
schmecken als Prinzenrolle, und das will 
schon was heißen.

Und auch diese Woche habe ich wieder eine 

Menge neuer Bekanntschaften gemacht, 
schließlich gibt es auch an der 
Psychologiefakultät massenhaft 
Austauschstudenten, die sich meistens auf 
der Aussichtsterasse der Cafetería 
aufhalten, und mit denen man leicht ins 
Gespräch kommt. Wir waren dann auch gleich 
wieder Salsatanzen in einer unglaublich 
stilvollen Salsabar, spazieren im Albaicín 
(wo ich die Ecotienda gefunden habe - 
leider während der Siesta) und auf der 
Alhambra; auf mehreren Erasmusparties 
(unter anderem in einer sehr hübschen, 
musikalisch allerdings fragwürdigen 
Panoramadisko), in einem Underground-
Rockschuppen und auf einer Hippiefete mit 
Gitarrenmusik und Freistilflamenco. Das 
Nachtleben ist wirklich sehr vielseitig. 
Selbst wenn man sich auf Tapasessen 
beschränkte, so würde doch vermutlich mein 
Aufenthalt hier nicht ausreichen, um alle Tapasbars 
einmal auszuprobieren.

Unterdessen habe ich dann auch nach Elenas 

Abreise mein Zimmer hier bezogen, mich mit 
dem Warmwassersystem und dem Gasherd 
vertraut gemacht, eine Kakerlake aus dem 
Fenster befördert und gelernt, was 
Stromausfall heißt (apagón). "No te 
preocupes" ist auch hier die Devise...

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