Montag, 22. März 2010

Semana 5: íHola Primavera!




Ich könnte diese Woche von der Sonne schreiben, von Frühling und Kirschblüten, von der Schönheit des Albaicíns und von Tapas, von meinen Fortschritten im Sprechen und Verstehen, aber ich will mich auch nicht ständig wiederholen :) Sollen die Bilder davon sprechen: endlich - ein Alhambrafoto mit Bergen im Hintergrund, ein Blütengeschmücktes Portal nahe des Miradors San Nicolas und eine Aussicht, die sich auf unserem Bergspaziergang am Wochenende bot. Andere Leute hätten das mit anderem Equipment vermutlich besser einfangen können, aber ich versichere, dass es atemberaubend schön war.

Meine erste Wanderung begann in Monachil, etwa eine halbe Busstunde von Granada entfernt, und war schonmal estupendo. Nicht dass wir uns wahnsinnig verausgabt hätten - am Tag zuvor hatte die "Fiesta de Primavera" gewütet - aber selbst die 3 Stunden Weg waren schon überaus abwechslungsreich: von Schluchten mit Wildbächen und wackeligen Hängebrücken und Felsüberhängen über dem Weg, die uns auf alle Viere zwangen, durch karge Steinwüsten mit niedrigem Macchiabewuchs und herrlicher Kräuterfauna durch einen weiten Olivenhain, der gerade im Begriff war, von einer enormen Ziegenherde (bewacht von einem echten cabrero - olé!) verspeist zu werden, war alles dabei. Herrlich. 

Außerdem hatte ich meine erste Flamenco-Tanzstunde. Oder besser gesagt, Sevillanas, da gibt es offenbar einen Unterschied, der sich meinem Laienauge allerdings nicht erschließt. War höchst chaotisch und ich kann nicht behaupten, die Essenz dieses Tanzes erfasst zu haben... hingegen freunde ich mich mehr und mehr mit der Flamencomusik an. In einer Session vor der Fakultät am Dienstag (irgendwer hat immer eine Gitarre dabei) habe ich gelernt, "Volando voy" zu singen; zumindest den Text, an spanischer "Intonation" und Lautstärke beim Singen muss ich noch arbeiten... das hat nämlich nichts mit meiner klassischen Ausbildung zu tun :D

Eine traurige Erkenntnis hatte ich am Mittwoch, als ich das "Centro de Educación Ambiental" besuchen wollte, um mich über Ökoarbeit und Partizipationsmöglichkeiten zu informieren - nur um zu erfahren, dass das Zentrum geschlossen ist. Por crisis. Um den Frust zu bewältigen, musste ich erstmal einen langen Spaziergang unternehmen - für gewöhnlich bereitet es mir große Freude, mich im Albaicín zu verlaufen. Meine Meditationen dabei ließen mich allerdings auch nicht verstehen, warum por crisis nicht zuerst die Trashdiscos oder das Botellóndromo geschlossen werden. Dazu die passende Vokabel: suspirar - seufzen.

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