Die erste Woche hier in Granada war eine
einzige Erkenntnis meiner
Selbstwirksamkeit. Wer hätte gedacht, dass
ich soviele Dinge alleine kann? Und wie
wäre ich selbst je dahinter gekommen, wenn
ich nicht hergefahren wäre?
Alle immanent wichtigen Dinge hab ich
gleich in den ersten Tagen erledigt und
war unheimlich stolz drauf: spanische
Handynummer besorgen, damit nach einer
Wohnung suchen (und finden), Sozialisation
beginnen (auch dazu ist neben einem
Facebookaccount eine Handynummer unerlässlich).
Adresse: Vía Santa Clotilde 43 - 6b, 18003 Granada
Daneben hatte ich auch ein bisschen Zeit,
mir diese hübsche Stadt anzusehen. Gleich
auf der Busfahrt vom Flughafen war die
Vegetation (Orangenbäume und Palmen!) nach
dem verschneiten München Balsam fürs
Gemüt. Okay- richtig warm ist es hier auch
noch nicht und durchaus regnerisch, aber
wenn die Sonne rauskommt, lässt sich der
Sommer schon richtig erahnen. Anschließend
auf der langen Suche nach dem Hostel hatte
ich schonmal Gelegenheit, die Innenstadt
mit ihren kleinen bis winzigen Gassen bei
südländisch in orange gehaltener
Beleuchtung zu begutachten, auch wenn ich
bei den vielen Kilos Gepäck erstmal wenig
Sinn dafür hatte.
beim Zimmerbegutachten kam ich auch viel
rum, und war begeistert von Churrerías,
Hippieläden, Stoffgeschäften und
Fachgeschäften für Flamencobekleidung.
Auch interessant sind die vielen Chino-
Läden, in denen man für sehr wenig Geld
sehr viele Dinge erwerben kann, die man
eigentlich nicht braucht. Mit dem Gedanken
an chinesische Sweatshopkinder und den
typischerweise umweltfeindlichen
Produktionsmethoden solcher Ware ist es
mir allerdings bisher gelungen, mich von
übermäßigem Konsum abzhalten.
Austauschstudenten reichste Universität
Europas zu sein, und so kommt man kaum
umhin, sich am regen Erasmusleben zu
beteiligen. Es ist somit auch
soziophoben Menschen wie mich ein
Leichtes, Anschluss zu finden. Mit der
ersten Ziehung von Freunden, die ich auf
der Uni-Infoveranstaltung kennengelernt
habe, bin ich schon ganz zufrieden, wir
waren jeden Tag zusammen auf Achse, Tapas,
Tapas, und Tapas, im Museum Parque de las
Sciencias, Tapas, im Comedor
Universitario, Tapas, WG-Einweihungsparty,
Salsatanzen, Churros und Tapas. Die
Churros sind großartig, bei den Tapas muss
man adleräugig darauf achten, dass man
auch ein paar Vegetarische abkriegt. Und
im Comedor bleibt einem nichts anderes
übrig, als das Fleisch auszusortieren.
Zuhilfenahme von anderen Sprachen oder
Pantomime führen. Ich werde auch mit jedem
Tag sicherer und mit meinen Spanish-only-
Mitbewohnern, dem Pianisten Pablo, mit dem
ich zum Spielen verabredet bin und dem
Psychologen Gabriel, der sich als
Tandempartner angeboten hat, hoffe ich
mein Spanisch noch weiter zu verflüssigen.
Was ich bisher noch nicht geschafft habe, ist in's Albaicín zu schauen. Und
Alhambra, und auch den Ökoladen hab ich
noch nicht besuchen können - aber ich bin
ja noch ein paar Monate hier. Continuará
:)
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