Montag, 22. Februar 2010

Semana 1: El descubrimiento de mi misma-eficacia

Juhu, ich kann Blogs erstellen!

Die erste Woche hier in Granada war eine 
einzige Erkenntnis meiner 
Selbstwirksamkeit. Wer hätte gedacht, dass 
ich soviele Dinge alleine kann? Und wie 
wäre ich selbst je dahinter gekommen, wenn 
ich nicht hergefahren wäre?

Alle immanent wichtigen Dinge hab ich 
gleich in den ersten Tagen erledigt und 
war unheimlich stolz drauf: spanische 
Handynummer besorgen, damit nach einer 
Wohnung suchen (und finden), Sozialisation 
beginnen (auch dazu ist neben einem 
Facebookaccount eine Handynummer unerlässlich).


Hier das Ergebnis meiner Heldentaten:Handynummer: +34 693494130
Adresse: Vía Santa Clotilde 43 - 6b, 18003 Granada

Daneben hatte ich auch ein bisschen Zeit, 
mir diese hübsche Stadt anzusehen. Gleich 
auf der Busfahrt vom Flughafen war die 
Vegetation (Orangenbäume und Palmen!) nach 
dem verschneiten München Balsam fürs 
Gemüt. Okay- richtig warm ist es hier auch 
noch nicht und durchaus regnerisch, aber 
wenn die Sonne rauskommt, lässt sich der 
Sommer schon richtig erahnen. Anschließend 
auf der langen Suche nach dem Hostel hatte 
ich schonmal Gelegenheit, die Innenstadt 
mit ihren kleinen bis winzigen Gassen bei 
südländisch in orange gehaltener 
Beleuchtung zu begutachten, auch wenn ich 
bei den vielen Kilos Gepäck erstmal wenig 

Sinn dafür hatte.


Am nächsten Tag lief das schon besser, 
beim Zimmerbegutachten kam ich auch viel 
rum, und war begeistert von Churrerías, 
Hippieläden, Stoffgeschäften und 
Fachgeschäften für Flamencobekleidung. 
Auch interessant sind die vielen Chino-
Läden, in denen man für sehr wenig Geld 
sehr viele Dinge erwerben kann, die man 
eigentlich nicht braucht. Mit dem Gedanken 
an chinesische Sweatshopkinder und den 
typischerweise umweltfeindlichen 
Produktionsmethoden solcher Ware ist es 
mir allerdings bisher gelungen, mich von 

übermäßigem Konsum abzhalten.


Die Uni Granada behauptet von sich, die an 
Austauschstudenten reichste Universität 
Europas zu sein, und so kommt man kaum 
umhin, sich am regen Erasmusleben zu 
beteiligen. Es ist somit auch 
soziophoben Menschen wie mich ein 
Leichtes, Anschluss zu finden. Mit der 
ersten Ziehung von Freunden, die ich auf 
der Uni-Infoveranstaltung kennengelernt 
habe, bin ich schon ganz zufrieden, wir 
waren jeden Tag zusammen auf Achse, Tapas, 
Tapas, und Tapas, im Museum Parque de las 
Sciencias, Tapas, im Comedor 
Universitario, Tapas, WG-Einweihungsparty, 
Salsatanzen, Churros und Tapas. Die 
Churros sind großartig, bei den Tapas muss 
man adleräugig darauf achten, dass man 
auch ein paar Vegetarische abkriegt. Und 
im Comedor bleibt einem nichts anderes 

übrig, als das Fleisch auszusortieren.


Mein Spanisch macht sich bisher ganz gut, ich kann Konversationen zumindest bis zu einem Gewissen Grad an Tiefe ohne 
Zuhilfenahme von anderen Sprachen oder 
Pantomime führen. Ich werde auch mit jedem 
Tag sicherer und mit meinen Spanish-only-
Mitbewohnern, dem Pianisten Pablo, mit dem 
ich zum Spielen verabredet bin und dem 
Psychologen Gabriel, der sich als 
Tandempartner angeboten hat, hoffe ich 

mein Spanisch noch weiter zu verflüssigen.

Was ich bisher noch nicht geschafft habe, ist in's Albaicín zu schauen. Und 

wahrscheinlich habe ich deswegen noch so wenig Hippies getroffen. Auch hatte ich noch keinen richtigen Blick auf die 
Alhambra, und auch den Ökoladen hab ich 
noch nicht besuchen können - aber ich bin 
ja noch ein paar Monate hier. Continuará 
:)

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