Samstag, 26. Juni 2010

Estudios de alta concentración y alta velocidad

Verano hat sich endgültig in Granada niedergelassen und ich habe  inzwischen gelernt, das Dilemma zwischen Sonnenlicht und Non-Calor in 
meinem Zimmer zugunsten einer halbwegs kühlen, wenn auch dunklen, 
Studienumgebung zu entscheiden. Meine Hausarbeiten sind fertig  geschrieben, das Examen in Instrucción hab ich más o menos glimpflich 
hinter mich gebracht, die letzte und für mich wichtigste Prüfung dräut am kommenden Montag. Alles lernt, außer Fernando im Nebenzimmer, der hat das meiste schon hinter sich und wartet dass ich auch endlich fertig werde damit er wieder laut Musik hören kann :)

Nungut, zugegeben, ich studiere nicht nur. Der spanische Examen- Studiumsrhythmus weicht nicht so sehr vom normalen Tagsablauf ab, bloß dass man die Tagesstunden statt in der Vorlesung im Selbststudium hinter geschlossenen Persianas (Rolläden) verbringt. Ich habe mich angepasst und meinen Lernplan recht weit gefasst, mit viele Lücken, um in den angenehm temperierten Abend- und Nachtstunden zu leben :) Nicht zuletzt müssen trotz Prüfungen Sonnwendfeiern (unsinnigerweise mit viel Wasserpritscheleien mitten in der Nacht und ohne Feuer), Geburtstage und auch schon die ersten Abschiede gefeiert werden. Außerdem fand letzte Woche das Filmfestival "Cines del Sur" statt, auf dem jeden Abend extravagante (=seltsame) Filme kostenlos in malerischer Umgebung gezeigt wurden, vor der Kulisse der Kathedrale und in einem Patio im Realejo, alles spätabends mit hübscher Beleuchtung.

Letzte Woche hat es mich außerdem nochmal mehrfach in die Umgebung der Stadt verschlagen. Mit dem von Fernando geliehenen Rad ging es nach  Santa Fé, einem verschlafenen Dorf etwa 15 Kilometer entfernt. Radfahren ist hier ein besonderes Abenteuer Außer den verrückten Guiris macht das keiner. Drum hat es auch keine Infrastruktur für sowas. Man hat also die Wahl zwischen steinigsten Staubstraßen voller baches (Schlaglöcher) oder dem nicht vorhandenen Randstreifen der Landstraße. In letzterem Fall läuft man außerdem Gefahr, dass man plötzlich unversehens auf der Autobahn fährt... stört zwar keinen, ist für meine Nerven aber etwas zu viel, also lieber Feldweg, sei der Sattel auch noch so hart. Die Belohnung dafür war eine durchweg sehr hübsche Strecke über Weizenfelder, durch Buchenforst und entlang eines auf den ersten Blick sehr einladenden Flusses (auf den zweiten Blick schreckte der ganze Müll doch etwas ab, da half aller Calor nichts, mich zum Baden zu bewegen). Und schließlich, in Santa Fé, die Piononos, oder in meinem Sprachgebrauch Pioneros, wo ich für solch ungewöhnliche Wörter doch immer etwas länger brauche, eine korrekte und stabile Repräsentation im LZG zu etablieren. Achja - der Leser(wenn er dem Text aufmerksamer folgt als ich es beim Schreiben bin) wird sich wundern, was sich hinter diesem geheimnisvollen Ausdruck verbirgt -es sind unglaublich pappige, fluffige kleine Küchlein, eine lokale  Spezialität. Nicht endlos lecker, aber ich könnte mich dran gewöhnen.

Und ein weiterer Trip hat mich letzte Woche zwei Tage lang in die Berge verschlagen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, zumindest ein Stück der Grand Randonée durch die Sierra zu gehen, und das war eine gute Idee. Zwischen Lanjaron mit seinen leckeren Tostadas und der grusligen Burgruine und Órgiva, dem größten Dorf der Alpujarras, liegt ein besonders hübsches Stück Wanderweg mit allem Was man sich wünscht. Wilder Oleander, wilder Bach, wilde (und kultivierte) Olivenbäume, wilde (leider noch unreife) Feigen, wilde Felsen, enorm wildes Dornengestrüpp (ich wie immer in kurzen Hosen) und wilde Tiere (Ziegen, Schlangen, Schmetterlinge). Ein wirklich schöner Trip - als Beweis, véase las fotos.



Sonntag, 13. Juni 2010

De Calor y Gazpacho

Die Vorlesungen sind vorbei, auch die erste Prüfung ist schon bestanden (mit ocho-con-dos, 8,2; worauf man durchaus stolz sein kann). Die nächsten Prüfungen sind erst Ende Juni, so dass dazwischen Zeit war für eine kleine Reise. Erst ging es nach Sevilla, wohin ich mich ursprünglich beworben hatte. Schöne Stadt, reicher und Prunkvoller als Granada, aber dafür mehr "pijos", mehr Eingebildete, außerdem Stierkampf und Calor. In Granada lässt es sich ja immer noch ganz gut aushalten, aber in Sevilla versteht man das Prinzip der Siesta doch sehr viel besser. Außerdem teuer, Teller Hummus für 10 Euros und Brot extra, und wir kurz vorm Verhungern nach Ladenschluss hatten keine andere Wahl... Danach haben wir uns hauptsächlich von Brot, Oliven und Tortilla aus dem Supermarkt ernährt, dazu des Tages Gazpacho, des Nachts Vino. Was durchaus als Ernährungsweise nicht abzulehnen ist. Auch wenn ich mich langsam wirklich auf einen heimischen Backofen freue, um darin Kartoffelgratin zu machen...

Wir haben uns nicht überanstrengt und Besichtigung light unternommen. Plaza de España, ein Kulturmuseum, die Kathedrale samt Turmbesteigung und den Torre del Oro im Vorbeigehen angeguckt. Man kann sich aber bei soviel Sonne auch einfach nicht so viel bewegen. Dazu kam die schwierige Aufgabe, schöne UND bequeme Chinklas, Flipflops, für mich zu finden, weil ich in meinen Espandrills vom Chino einfach nichtmehr laufen konnte. Und anschließend war beschlossen, noch ein paar Tage in Malaga zu verbringen, also musste ein Bikini besorgt werden. Auch nicht so einfach.

Malaga dann, beziehungsweise Benagalbón, sehr schön, mit Sonnenbaden, Sandburgbauen und Wellenplanschen. All das zwei Tage lang, danach verließ uns die Sonne und schon wars wieder vorbei mit dem Calor... viel länger hätten wir es ohne Langeweile möglicherweise auch nicht ausgehalten, weil außer Meer und Sand und einem Supermarkt gibt es dort nicht viel, aber bis ich richtig "morena" bin, fehlt noch einiges... qué pena.